Stellungnahme zu Münsteraner Memorandum

Stellungnahme Heilpraktikerberuf Dr. med. Hans-Martin Groß

Münsteraner Memorandum Heilpraktiker – eine Stellungnahme

Stellungnahme Von: Dr. med. Hans-Martin Groß, Hildesheim, Bundesarbeitskreis Gesundheitspolitik

Im Münsteraner Memorandum Heilpraktiker geben Wissenschaftler unter der Federführung von Frau Prof. Schöne-Seifert ein Statement zu einer Neuregelung des Heilpraktikerwesens ab. Anzumerken ist, dass sich das Gremium hauptsächlich aus Personen zusammensetzt, welche in Instituten der theoretischen Medizin arbeiten. Bei nur Wenigen ist eine berufliche Tätigkeit in der Patientenversorgung und insbesondere in der Naturheilkunde erkennbar.

Bereits in der Einleitung ist die polemisierend-pauschalisierende Darstellung der Tätigkeit von Heilpraktikern und von ihnen angeblich verursachten Fehlbehandlungen erkennbar, welche sich durch das gesamte Memorandum fortsetzt.

Ohne wissenschaftlich tragbare Beweise wird bei drei in einem durch einen Heilpraktiker geleiteten Gesundheitszentrum verstorbenen Krebspatienten eine längere Überlebenszeit vermutet, wenn sie nach den Standards der wissenschaftsorientierten Medizin behandelt worden wäre. Diese Vermutung ist ohne hinreichende Untersuchung der jeweiligen klinischen Voraussetzungen, des Erkrankungsstadiums und der individuellen Prognose haltlos und in höchstem Masse unwissenschaftlich. Gerade schulmedizinisch „austherapierte“ Patienten wenden sich oft alternativmedizinischen Behandlungen zu und andererseits sterben auch in Zentren der wissenschaftlichen Medizin täglich Patienten.
Stellungnahme-BehandlungsfehlerDer AOK-Krankenhausreport 2013 spricht von 18800 Tote durch Behandlungsfehler pro Jahr in deutschen Kliniken. Wahrscheinlich werden dort überwiegend Behandlungsmethoden der so genannten wissenschaftsorientierten Medizin angewendet.

Auch die Formulierung der Konkurrenz der Alternativmedizin zur so genannten wissenschaftsorientierten Medizin impliziert einen vorhandenen starren Gegensatz zweier Methoden bezüglich der Seriosität ihrer Anwendung und verschweigt, dass alternativmedizinische Verfahren häufig Methoden alten, Jahrhunderte bewährten Heilwissens abbilden, welche sich nicht nur auf die vier Beispiele reduzieren und mit dem abwertenden Begriff „Manipulation“ reduzieren lassen.

Stellungnahme KastentextAuch die angebliche Ablehnung der wissenschaftlichen Begründbarkeit und Evidenz resultiert eher in dem Unwillen der biochemisch-mechanistisch determinierten Wissenschaft, sich beispielsweise quantenphysikalischen Erkenntnissen für biologische Abläufe zu öffnen. Es ist eher als ein Scheitern der Wissenschaft zu sehen, dass sie unflexibel in ihren starren Paradigmen verharrt und sich nicht dahingehend öffnet, schon lange bekannte alternative Heilkundeerfahrungen mit neuen Methoden zu überprüfen. Aber vielleicht gibt es dafür keine Forschungsgelder.

Jedenfalls ist diese arrogant-diffamierende Darstellung der nichtschulmedizinischen Methoden angesichts der Unfähigkeit der so genannten wissenschaftsorientierten Medizin, die seit Jahren explosionsartig zunehmenden Volkskrankheiten wie Diabetes, Demenz und Krebs durch ursächliche Behandlungsansätze zu heilen oder zumindest einzudämmen, nicht nachvollziehbar.
Diese ursächlichen Ansätze der Reduktion von Krankheitsursachen wie Entgiftung, Ausgleich von Nährstoffdefiziten, Stärkung der Immunabwehr sowie energetischen Ausgleich von Störfeldern lässt die so genannte wissenschaftsorientierte Medizin vermissen und es ist ausschließlich der Alternativmedizin zu verdanken, dass Patienten solche auf die Ursache ausgerichtete Behandlungen bekommen können.
Stellungnahme Ingwer für Patienten in der OnkologieWarum wird denn beispielsweise Ingwer den Patienten in der Onkologie von der wissenschaftsorientierten Onkologie vorenthalten, bei der Wirksamkeit, die Frau Prof. Hübner beschreibt? Eine Vielzahl von Naturheilstoffen zeigen erstaunliche Behandlungserfolge und wären ein ideales wissenschaftliches Betätigungsfeld einer unabhängigen Forschung, welche sie ergebnisoffen mit der heutigen Pharmakotherapie vergleichen könnte. Möge der Bessere gewinnen!!

Dazu müssten Investitionen auch in bisher für die Pharmaindustrie uninteressante Forschungsbereiche fließen, um in einem synergistischen Ansatz die Stärken sowohl der Schulmedizin, als auch der Komplementär-alternativen Medizin zu einem modernen Gesundheitssystem zusammenzuführen.
Eine aus diesen Erkenntnissen dann resultierende Reform der Gesundheitsberufe insgesamt und im Fall der Heilpraktiker mit einem größeren Schwerpunkt auf eine praktische Ausbildung und einer dafür besseren Integration in das Gesundheitswesen wäre sicherlich begrüßenswert.
Ein solcher konstruktiver Ansatz ist allerdings anscheinend von einem Gremium, welches keine inhaltliche Problemanalyse vornimmt, sondern mit unwissenschaftlichen Behauptungen Wissenschaftlichkeit fordert, nicht zu erwarten.

Oder ist das politische Ziel die Abschaffung aller Behandlungsbereiche außerhalb der Leitlinienmedizin? Das ließe sich wohl nicht mit dem im Memorandum angeblich berücksichtigtem Selbstbestimmungsrecht der Patienten vereinbaren und es würde sich die Frage nach dem Auftraggeber des Memorandums stellen.

Mehr bzgl. der Stellungnahme zum Thema hier:
THERAPEUTEN-APPELL zur Bundestagswahl 2017 – Therapiefreiheit
und hier:
DEUTSCHE MITTE steht uneingeschränkt zum Heilpraktikerberuf!